Pina Bausch Zentrum

  • Kommunale Geodaten der Stadt Wuppertal (Bildnummer N02017a), © Stadt Wuppertal, Ressort Vermessung, Katasteramt und Geodaten
  • Kommunale Geodaten der Stadt Wuppertal (Bildnummer N02017o), © Stadt Wuppertal, Ressort Vermessung, Katasteramt und Geodaten
  • Kommunale Geodaten der Stadt Wuppertal (Bildnummer N02017d), © Stadt Wuppertal, Ressort Vermessung, Katasteramt und Geodaten

Jung genug für einen Neuanfang

1966 wurde das Wuppertaler Schauspielhaus eröffnet. Für Pina Bausch war es die wichtigste Wirkungsstätte, das Haus, das ihr das liebste war. Für diese Spielstätte schrieb sie einen Großteil ihrer Stücke. Fünf Jahrzehnte nach seiner Eröffnung scheint sich für das unter Denkmalschutz stehende und immer noch hochmodern anmutende Gebäude eine neue Perspektive zu ergeben – als Teil des geplanten Pina Bausch Zentrums.

Porträt Pina Bausch während Proben in der Lichtburg, 1996

Das Projekt

Pina Bausch schrieb Tanz-, Theater- und Kulturgeschichte. Das einzigartige Werk und der künstlerische Nachlass der Choreografin und Tänzerin haben den Rang eines nationalen Kulturerbes. Um dieses Erbe zu bewahren, weiterzuentwickeln und ihm neue Anknüpfungs­punkte zu eröffnen, soll am Wuppertaler Schauspielhaus das Pina Bausch Zentrum entstehen: ein nationaler und internationaler Kristallisationspunkt für Kunst und Kultur, offen für eine aktive Beteiligung, für Fragen und Antworten der Bürgergesellschaft.

Der Rat der Stadt Wuppertal hat mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen den Weg freigemacht für eine gründliche Vorstudie. Für die folgende Investition hat der Bund die Hälfte der maximal rund 58 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die andere Hälfte entfällt auf das Land, die Stadt sowie Sponsoren, Stiftungen, bürgerschaftliches Engagement und Spenden. Im Rahmen einer sogenannten formlosen Anfrage werden die Planungsunterlagen geprüft. Wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Rat der Stadt das Projekt im Frühjahr mit einem Durchführungsbeschluss endgültig auf den Weg bringen.

Das Vier-Säulen-Konzept

Das inhaltliche Konzept des Pina Bausch Zentrums verbindet Tradition und Aufbruch, künstlerische Exzellenz und demokratisches Kunstverständnis, internationale Strahlkraft und Einbindung der Stadtgesellschaft. Getragen wird es von vier interagierenden, aber autonomen Säulen. Jede dieser Säulen soll programmatisch und organisatorisch die Synergien der Zusammenführung unter einem gemeinsamen Dach nutzen.

Bild aus "Palermo Palermo nr. 99"

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

Das rund um den Globus gefeierte Tanztheater Wuppertal Pina Bausch soll eine eigene Spielstätte erhalten, die zugleich Symbol ist für seine künstlerische Tradition wie für seine Weiterentwicklung. Viele Stücke von Pina Bausch werden noch aufgeführt. Mit seinen unzähligen Gastspielen und Tourneen auf verschiedenen Kontinenten gilt das international besetzte Ensemble als wichtiger Kultur­botschafter für Wuppertal, das Tanzland Nordrhein-Westfalen und die Bundesrepublik Deutschland. Das Tanztheater erarbeitet aber auch ein neues Profil, engagiert neue Ensemble­mitglieder und bringt neben den zeitlosen Stücken von Pina Bausch neue Werke weiterer Choreograf(inn)en auf die Bühne. In Zusammen­arbeit mit außer­gewöhnlichen Künstler(inne)n anderer Sparten werden zudem neue Formen von Inszenierungen entwickelt.

Zur Website des Tanztheaters  

100% Yogyakarta, Rimini Protokoll, © Ramos Pane - Goethe-Institut Indonesien

Produktionszentrum

Das Pina Bausch Zentrum soll großen sparten­übergreifenden Produktionen freier Ensembles von Rang alles bieten, was diesen in der Regel für die Endproben vor der Premiere fehlt: unterschiedliche Räume, professionelle technische Bedingungen und ein motiviertes Team. So können hochklassige Uraufführungen, Europa- beziehungsweise Deutschland­premieren sowie Wiederaufnahmen gewonnen werden. Außerdem soll das Pina Bausch Zentrum neue Projekte und eigene Programmreihen initiieren. Hinzu kommen Gastspiele bestehender Produktionen bedeutender Kompanien. Wuppertal wird so zur Drehscheibe und Heimstatt für wegweisende Künstler(innen) und Projekte aus dem In- und Ausland.

Pina Bausch während Proben in der Lichtburg, um 1978.

Pina Bausch Foundation

Die Pina Bausch Foundation will den künstlerischen Nachlass der bedeutenden Choreografin in einem Archiv auf digitaler Datenbasis zugänglich machen. Ziel ist es, das vielfältige Material und das Wissen über das Schaffen von Pina Bausch lebendig zu erhalten, damit es nachfolgende Generationen zu neuen kreativen Aktivitäten inspiriert. Das Archiv als offener Ort des Lernens und der Begegnung soll Anziehungspunkt und Zentrum der weltweiten theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Werk der Künstlerin sein. Die Angebote (zum Beispiel Fellowships, Vorträge, Kongresse, Ausstellungen, Workshops) sollen sich sowohl an professionelle Tänzer(innen) – insbesondere mit Blick auf die Ausbildung des tänzerischen Nachwuchses – als auch an Kulturinteressierte unterschiedlicher Altersstufen, Herkunft und Bildung richten.

Zur Website der Foundation  

© labor b designbüro

„Forum Wupperbogen“

Den aktuellen gesellschaftlichen Notwendigkeiten und Bedürfnissen folgend soll im Pina Bausch Zentrum auch ein Forum für Versammlung und Teilhabe geschaffen werden. Unterschiedliche Generationen, Künstler(innen), Wissenschaftler(innen), Urbanist(inn)en und Expert(inn)en aus der sozialen Arbeit sollen mit bestehenden Initiativen und neuen Formaten das Zentrum zu einem öffentlichen Ort machen. Ähnlich wie Pina Bausch Fragen und Aufgaben stellte, die ihre Tänzer(innen) in die Bühnenwerke übersetzten, sollen im „Forum Wupperbogen“ aktivierende partizipative Formen neu entwickelt, vorgestellt und erprobt werden. So soll das Forum Raum für den Austausch einer möglichst breiten Öffentlichkeit und Gelegenheit geben, die Schwelle zu Kunst und Kultur zu überwinden.

  • © labor b designbüro

Eine neue Etappe beginnt

Die Arbeit am Projekt Pina Bausch Zentrum hat gerade erst begonnen. Künftig informieren wir an dieser Stelle aktuell über Entwicklungen, Fortschritte und Mitgestaltungs­möglichkeiten. Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Projekt Pina Bausch Zentrum haben, senden Sie uns bitte eine E-Mail an: info@pinabauschzentrum.de

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